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Heutzutage gibt es so viele Begriffe für zwischenmenschliche Beziehungen - ich komme gar nicht mehr mit. Ich frage mich immer wieder, warum das so wichtig ist und warum die Gesellschaft diese Schubladen überhaupt braucht, obwohl die Menschen ja doch irgendwie dafür kämpfen nicht in eine Schublade gesteckt zu werden. Können wir uns nicht einfach darauf einigen, dass wir alles Menschen sind, die mit anderen Menschen leben? Ich finde es wichtiger sich darauf zu einigen, dass jede zwischenmenschliche Beziehung eine Bereicherung für beide Menschen ist und keine Einschränkung. Mir ist da ziemlich egal, ob diese Menschen fest zusammen sind oder etwas Lockeres haben, ob sie sich als Freund und Freundin betiteln oder ob sie eine Freundschaft-Plus-Beziehung führen. Einigen wir uns doch einfach darauf, dass sie zusammen sind. Und zwar so zusammen, wie die eigentliche Bedeutung des Wortes "zusammen" auch ist. Man ist miteinander, gemeinsam - man ist zusammen. Mehr braucht man doch gar nicht. Das wichtigste ist das Gefühl, das man hat oder das man dem Gegenüber gibt. Letztendlich ist es das, was zwischen Menschen ist. Deshalb ja auch zwischenmenschliche Beziehung. Und zwar die zwischen diesen zwei Menschen. Ich finde es falsch sich darauf zu fokussieren, was das zwischen dir und dem anderen Menschen denn nun ist. Denn dieses "was", nach dem du fragst, ist ein Was, das die Gesellschaft all die Generationen über kreiert hat. Es ist nichts, was natürlich ist. Gehe von dem Gedanken weg, wie es zu sein hat, denn die Gesellschaft ist es, die dir beibringt und vorgibt, wie man zu leben und sich zu verhalten hat. Und deine Eltern, ihre Eltern, die Eltern der Eltern deiner Eltern haben es dir vorgelebt. "Es war doch schon immer so" - nur weil etwas schon immer so war, heißt es ja nicht, dass es gut ist. Es heißt einfach nur, dass sich nichts geändert hat. Gibt es im Leben nicht schon genug Regeln und genügend Gesetze, an die man sich halten muss? Warum dann noch ungeschriebene Regeln und Gesetze aufstellen? Kann man nicht einfach genießen ohne etwas bereits vorhandenes zu definieren? Das zwischen zwei Menschen ist da, ob mit einem Label oder nicht. Konzentrieren wir uns doch auf das, was dieser eine Mensch in einem auslöst und genießen es, weil es schön ist. Lösen wir uns von all den Dingen und Menschen, die uns ein geringeres Gefühl als gut geben. Jede Zwischenmenschlichkeit sollte für dich eine Bereicherung für dein Leben sein und nicht eine weitere Einschränkung. Man möchte doch immer sein Leben besser machen und nicht schlechter. Menschen kommen und Menschen gehen, akzeptiere das. Akzeptiere auch, dass es immer enden wird. Wenn es nicht die Umstände sind, die zum Ende führen, dann ist es allerspätestens der Tod. Alles hat ein Ende. Also warum die schöne Zeit, die man gemeinsam hat, nicht sinnvoll nutzen und sie einfach in vollen Zügen genießen. Wenn es eh irgendwann endet, wie alles auf dieser Welt, warum dann sich mit etwas zufrieden geben, was dich nicht glücklich macht? Ob es ein Mensch ist oder ob es dein Job ist oder was auch immer. Es soll hier überhaupt kein Kalendersprüche-Wettschießen werden, aber Kalendersprüche sind nur Kalendersprüche, weil sie wahr sind. Stimmst du mir zu? Also: Du lebst nur einmal. Willst du dein Leben mit etwas geringerem als "Mega geil" verbringen? Etwas geringerem als "Wunderschön", etwas geringerem als "einfach toll"? Hören wir auf zu sagen, das Leben ist so beschissen, wie man es sich macht. Nein, das Leben ist genauso schön, wie man es sich macht. Also fang sofort an.


Hören wir auf zu klammern und kletten, weil wir unsicher sind. Hören wir auf Regeln aufzustellen, damit wir uns besser fühlen. Wir sollten leben und leben lassen und wenn einer so lebt, wie du es nicht willst, dann solltest du nicht mit diesem Menschen leben. Hören wir auf immer alle anderen ändern zu wollen. Jeder soll so leben, wie er möchte und jeder hat es verdient für das geliebt zu werden, wie er ist. Ob Monogamie oder Polygamie - das ist doch alles keine Festlegung und kein Gesetz. Nur weil man Vertreter der Monogamie ist, muss man sich nicht schlecht fühlen, wenn man merkt, man will doch etwas anderes. Genauso wenn man polygam lebt, aber dann irgendwann doch einfach monogam lebt. Das Leben verändert sich doch jeden Tag. Wichtig ist, dass man sich zu nichts zwingt und sich selbst einfach klar macht, was man selbst möchte und dementsprechend auch kommuniziert. Ich möchte meinen Partner nicht zu etwas zwingen, sondern ich unterstütze ihn bei allem, was er tut, solange ich es kann. Ich habe kein Recht darauf ihm etwas zu verbieten und ihn einzuschränken, denn genauso wenig würde ich wollen, dass mich jemand einschränkt. Monogamie und Polygamie ist nichts, das man jemandem aufzwingt, sondern etwas, was entsteht und sich ergibt. Es ist etwas, was jeder Mensch frei für sich entscheiden sollte - wie eigentlich vieles im Leben. Ich entscheide selbst mit wem ich eine Bindung eingehe und sollte jedem anderen Menschen auch die Chance geben dasselbe zu tun. Wenn du nicht mit der Entscheidung des Partners Leben kannst, dann ist es kein Partner für dich. Es ist wie ein Videospiel. Du wählst schließlich auch einen Player Two aus, der in deinen Augen der beste Spieler ist und ihr beide ein gemeinsames Ziel verfolgt. Genauso ist es doch im Leben mit allem, vorallem in der Liebe. Zumindest sollte es das. Denn wenn ich mir viele Beziehungen anschaue, dann stelle ich fest, dass es nicht so ist. Und ich frage mich warum. Warum sollte man bewusst jemanden wählen, der nicht der Beste für einen ist? Warum gibt man sich mit einem Player Two zufrieden, der einen nur vom Ziel abhält? Wenn ich einen Player Two nur nehme, um einen Player Two zu haben, ist es dann nicht besser alleine zu spielen? Will ich einen Partner, den ich in Ketten legen muss um ihn bei mir halten zu können? Nein. Der beste Player Two ist derjenige, der an deiner Seite ist, weil er an deiner Seite sein möchte. Der keine Ketten braucht um bei dir zu bleiben. Es ist einfach furchtbar, wie viele Gedanken sich Menschen über andere Menschen machen und sich den Kopf zerbrechen statt einfach offen zu sprechen. Wir haben das Glück einer Sprache mächtig zu sein, mit der man kommunizieren kann. Warum nutzen wir dieses Werkzeug so selten? Lieber sitzen wir zu Hause und warten bis eine Nachricht kommt, weil "jetzt ist er dran mit schreiben, ich habe letztes mal schon geschrieben" als einfach selbst zu schreiben, weil man das Verlangen hat. Lieber fragt man sich tagelang "kann ich ihm das schreiben?", als es einfach zu tun, weil man es möchte. Oder man ghostet Menschen, statt einfach klar zu sagen, was das Problem ist. Sich dann aber verletzt fühlen und wütend sein, wenn man derjenige ist, der geghostet wird. Es wäre einfach eine bessere Welt, wenn jeder Mensch jeden anderen so behandeln würde, wie er selbst gerne behandelt wird. Gehe mal in dich und frage dich, ob du das denn machst. Behandelst du alle anderen so, wie du selbst behandelt werden möchtest? Stelle dir vor, was es mit dir machen würde, wenn du genauso behandelt wirst wie du diesen einen Menschen behandelst. Ist das fair? Erst wenn man selbst fair zu anderen Menschen ist, hat man meiner Meinung nach auch das Recht darauf fair behandelt zu werden. Man kann etwas von anderen nicht erwarten, was man selbst nicht macht. Ich kann anderen ja auch nichts beibringen, was ich selbst nicht beherrsche.

Hört endlich auf euch mit Dingen zu beschäftigen, die unwichtig sind. Dazu gehört das Label zwischen zwei Menschen. Ich empfinde etwas für den Menschen, für den ich etwas empfinde. Ich küsse den Menschen, den ich gerne küssen möchte. Ich fühle mich gut bei dem Menschen, weil ich mich gut fühle. Ich verbringe Zeit mit dem Menschen, weil ich gerne mit ihm Zeit verbringe. Ich tue Menschen etwas gutes, weil ich Menschen etwas Gutes tun möchte. Und aus keinem anderen Grund sollte man etwas tun. Und lieben sollte man den Menschen, weil dieser Mensch so ist wie er ist und nicht so wie er sein kann. Und letztendlich liebt man ihn dann einfach, weil man ihn liebt.


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